Sigur Rós: Heima und ein Bonustrack
Sigur Rós haben vor wenigen Tagen ihren Fim „Heimar“ komplett auf YouTube veröffentlicht. 97 Minuten und 21 Sekunden.
„‘heima’ is sigur rós’s first ever film, filmed over two weeks during the summer of 2006 when the band undertook a series of free, unannounced concerts in iceland. they hauled 40-plus people round 15 locations to the furthest flung corners of their homeland for their debut venture into live film, to create something, well, inspirational.
on their way they went to ghost towns, outsider art shrines, national parks, small community halls and the absolute middle-of-nowhere-ness of the highland wilderness, as well as playing the largest gig of their career (and in icelandic history) at their homecoming reykjavik show.
‘heima’ (icelandic for „at home“ or „homeland“), truly, shows sigur rós as never before. whereas seeing the group live is normally a large-scale and sometimes overwhelming experience, making full use of lights and mesmeric visuals, ‘heima’ was always intended to reveal more of what was actually going on on stage. it does this via long-held close-ups and a rare intimate proximity, without ever once breaking the spell.
loosely based on a documentary format – and including personal reflections from the band – ‘heima’ also serves as an alternative primer for iceland the country, which is revealed as less stag destination-du-jour and more desolate, magical place where human beings have little right to trespass.
‘heima’ features performances of songs from all four sigur rós albums, many radically reworked, as well as two exclusive new songs in ‘guitardjamm’, which was filmed inside an abandoned herring oil tank in the far west of the country, and the traditional ‘a ferd til breidarfjardar 1922′, performed with poet steindor andersen.
‘heima’ was directed by dean deblois, a long-time fan of the band and director of the oscar-nominated animated feature ‘lilo & stitch’, using an icelandic crew.“
Was die die DVD veröffentlichende Plattenfirma EMI davon hält? Die Isländer jedenfalls gelten so als Wohltäter, viele Fans dürften die großartige DVD längst in ihrem Besitz wissen, aber die rund 100.000 Views in gerade mal einer Woche beweisen, dass es da draußen noch einen enormen Bedarf gibt. Vielleicht entsteht so ja auch ein Schub bei den Abverkäufen. Wer weiß!? Um diesen anzuheizen, gibt es außerdem den Download des Songs „Ny Batteri“ in allen wichtigen Videoformarten von ihrem Konzert in Reykjavik am 30. Juli 2006. Und zwar hier.
Trailf Of Dead, quadruple Songs
…And You will Know Us By The Trail Of Dead, mitbeste Band der Welt, einst gefürchtete Liveshow-Rowdys, wenn es um den radikalen Abbau des eigenen (oder geliehenen) Equipments geht, später dann Meister im Aufbau von Songbauten besser, größer, höhere, schöner und weiter als babylonische Türme und chinesische Mauern zusammen… nun, es gibt ein neues Lebenszeichen. Vier Songs, aufgenommen für Daytrotter. Was das schon wieder für eine Seite ist? Ganz einfach: „Daytrotter.com: three featured bands, 12 Daytrotter Session songs each week.“ Dazu ein nettes Bildchen, ein meist sorgsamer Text und ab dafür. Bookmarkenswert. (Doofes Wort, verständliche Aussage. Hoffentlich.)
Im O-Ton der Band: „FYI, The ToD Daytrotter Session was recorded 15 November, in the year of our Lord two thousand and seven, at Futureappletree Studio 1 in Rock Island, Illinois. The setlist included: „Will You Smile Again?“, „Crowning of a Heart“, „Gargoyle Waiting“ and „Totally Natural“.„
Perrecy – Da ist ein LIcht, das niemals erlischt
„Hier gibt’s keine Gitarren! Nun, seit Jahren besitze ich eine Ukulele. Eines Tages, nein, Abends war ich auf einem Konzert und kam auf die Idee, dass man mit der Ukulele auch Musik machen könne. Was seltsam war, weil auf diesem Konzert gar keine Ukulelen gespielt wurden. Da ich bestimmt lächerlich in einem Hula-Rock aussähe und lieber mit Blumen in der Luft herum winke anstatt sie als Kette zu tragen (ich tendiere zu Heuschnupfen), musste musikalisch was anderes her. Und so kam die Idee zu dem, was ihr jetzt hört. Noch spiele ich alle Instrumente alleine und bin auch der einzige Sänger auf den Aufnahmen (stimmt nicht, einmal gibt eine Gaststimme!).
Ihr hört:
viele Ukulelen (teils mit Effekten)
einen bundunreinen Bass (Danke, Svensson!)
Konservenschlagzeug
ein Billigkeyboard (manchmal)
mind. eine Stimme
Und jetzt versucht mich bitte vom Selbstmord abzuhalten…“
Das schreibt Perrecy, der bayerische Morrissey, welcher The Smiths- und Morrissey-Songs auf seiner Ukele zum Besten gibt. Und was soll ich sagen_ Großartig!
Brenn ab die Disco, hänge auf den DJ, denn die Musike die sie andauernd spielen, erzählt mir nichts über mein Leben, drum erhängt sie eben!
Erdrückend allerdings die Tatsache, wo man via Google den ersten Artikel über das lustige Kerlchen findet. Bei Focus Online. Was sind das bloß für Zeiten…
Nachtrag: Noch ein Highlight, „Preußisch Blut, bayerisch Herz“ in leider mieser Soundqualität auf Youtube. Dennoch lustig, schon für den Übersetzten Titel des Originalsongs. Und deshalb wird auch gleich noch „English Heart, Irish Blood“ verlinkt. So bin ich zu euch! :)
Perrecy – „Preußisch Blut, bayerisch Herz“
Morrissey – „English Heart, Irish Blood“
The Weakerthans Live & Interview
Seit ungefähr zehn Jahren stehen die Weakerthans für den schönsten Indie-Gitarrensound der Welt mit den melancholisch süß-sauersten Texten aller Zeiten. Das 2007er Album „Reunion Tour“ ist auf Epitaph, dem Label von Bad Religion Gitarrist Mr. Brett veröffentlicht worden und war Anlass einer Europatour. Wenn also die Weakerthans nach Berlin kommen, dann gibt es bei den Herrschaften von Sly-Fi kein Halten mehr. Sie sprachen mit Gitarrist Stephen Carroll und filmten das komplette Konzert am 05. Dezember 2007 im Berliner Lido. Leider hatte der Reporter ein Interview mit Sänger John K. Samson vorbereitet und musste kurzfristig umdisponieren, als es hieß, John habe schon drei Interviews gemacht. Mit Stephen wurde es dann auch ganz nett im Tourbus. Er hat die große Curlingbegeisterung der Einwohner Kanadas erklärt und spannend geschildert, wie er mit John am Ende einer Saison um ein Haar Meister geworden wäre. Die Begeisterung der Weakerthans für Curling ist so groß, dass ihr Merchandise von einem Curlingmotiv mitsamt der Wappenpflanze der Provinz Manitoba – dem Präriekrokus – verziert wird. Das Merchandise der Band wird übrigens fair gehandelt. Natürlich hat jeder Kanadier Ahnung von Eishockey und Stephen schilderte, wie Geschäftemacher dafür gesorgt haben, dass das Team seiner Heimatstadt, die Winnipeg Jets, ins sonnig-warme Arizona umgesiedelt wurde. Eine Schande. Dafür ist das Konzert umso großartiger. Und der Sound erst!!! Überzeugt euch selbst.
Weakerthans Interview Part 1 & Part 2
Ike, tot
Ike Turner starb in der vergangenen Nacht. Im Schlaf, heißt es. Auch wenn er als Prügelrabe galt (siehe die Wiki-Bio, von der auch die Musikwoche zum Beispiel ganz dreist ohne Quellenangabe geklaut hat), war er – vor allem mit Tina Turner zusammen – dann doch einer der ganz großen. HIer geht es zur Memorial Website.
Listen!
Green Beret
Achtung, Nerdalarm. Dieser junge Mann beherrscht nicht nur viele Instrumente, Reyn Ouwehand spielt mit diesem Wissen hier auch die Titelmelodie eines 80er Jahre Videospielklassikers ein: Green Beret. Was waren das für Zeiten. Am Ende wird dieser Sequenzer-Overkill ein Song, der auch Pink Floyd gut gestanden hätte. Vielleicht also auch für Nicht-Gamenerds interessant. Alle, die das Spiel gespielt haben, dürfte es warm ums Herz werden. (Diesem speziellen Zeitvertreib hat jedenfalls in den Achtzigern noch nicht die Schuld für Amokläufe in die Schuhe geschoben.)
Musicovery
Immer mal wieder gab es solche Systeme. HiFind anyone? Haha. Längst abgestellt.
Tagclouds von Musikgenres schwirren durch den Raum und man quält sich durch Listen von Stimmungen, die sowieso meist nur ungenau bestimmen können, was man wirklich hören will. Musicovery is da nicht anders, aber dennoch schön, vor allem für den Durchschnittshörer, der sich nicht im Wirwarr von last.fm verlieren möchte oder dem Musik vielleicht einfach nicht so wichtig ist: hören reicht, nicht immer wissen, was und warum. Auch die Auswahl ist schwierig, aber die Navigation dafür umso einfach. Am Ende schickt einen das Tool dann aber doch nur zu iTunes, Amazon und Ebay.
Liebe Kate (Nash)
Du hast bisher Glück gehabt. Du hast ein Talent. Hast bisher die richtigen Leute zur richtigen Zeit getroffen und vielleicht geben sich die Tommies damit auch zufrieden. Aber: Jetzt ist Schluss. Aus. Vorbei. Das Ende. Es muss sich was ändern.
Deine Platte, liebe Kate, die du mir eigentlich total schnuppe bist, ist ein Knaller. Auch wenn sich dort viel zu oft „filler“ auf „killer“ reimt, aber die selbstbewusste junge „english Fräulein“-Art imponiert. Du bist des Königsreichs Edie Brickell(&The New Bohemians) mit Lily Allen als Freundin. Du meinst es ernst, schnappst dir das Beste und rührst einen Brei an, den vor allem die jungen Damen in ihrem Innersten erreicht – denen Selbstbestimmung immer noch wichtiger ist, als ihr Selbst. Gut.
Ausgerechnet da kommt also ein mittelalter Sack und sagt, das geht so nicht. Und meint: Deine beschissene, untalentierte, direkt vom Muckerinternat auf Zigtausende los gelassene Band. Ein Graus. Nein: Das Grauen. Kein Gefühl, kein Rhythmus, kein Gespür. Eine Band, die Power mit Geschwindigkeit verwechselt ist es wert, den Muckerkritiker raushängen zu lassen. Schmeiß sie aus dem Tourbus. JETZT!
Jeder Song, der nicht in der Liveversion auf deiner Stimme und deiner Gitarre und deinem Klavierspiel basierte: war verhunzt. Wie in Hunziker. Wie Michelle. Wie: geht gar nicht.
Was nicht heißt, dass du über allem erhaben bist, aber immerhin die mit der Stimme und den bislang fast richtig liegenden Berater(i)n(nen) an Board. Doch diese Zeiten sind leider vorbei. Sag deinem Manager, der am 03.12. in Berlin nicht anwesend war, er soll die Zwergencombo feuern. Jetzt. Sofort. Damit nicht noch mehr Leute leiden müssen, die leider nicht wissen, dass sie leiden. Weil es ihnen egal ist.
Stattdessen: hat sich das ach so selbstbestimmt fühlende Publikum aufgeführt wie jene, die den dem Columbia Club gegenüber liegende Flughafen (Tempelhof) erdacht haben. (Dabei wissen wir doch: only sheep need a leader.) Wer nach vorne will, wird bespuckt; wer zwischen den Songs redet, wird angegeifert; wer nicht jubilierend trotz des musikalische Elends klatscht, wird mit Blicken gestraft, die dem Friedrichshainer Kampflesben- und dem Charlottenburger-Versicherungs-Angestellten-Verband rückblickend peinlich wären.
Nein, für dein Publikum – nichts gegen die/den Einzelne/n – kannst du nichts. Den allgemeinen Nichtraucherfaschismus aktiv zu supporten: peanuts. Aber: Wenn du denkst, dass das LehramtstudentInnen-Klatschen am Ende mehr war, als Standard, dann hast du dich geschnitten. So, geht Popmusik nicht. Sympathische Dilletanten: ja. Unfähige Möchtergern-Profis: nein. Doch leider hatten wir es damit zu tun.
Deshalb: Bevor du deinen senilen Null-Gitarristen nicht gefeuert, den Nullachtfuffzehn-Bassisten nicht in die Schranken gewiesen und den untalentiertesten von allen, deinen Schlagzeuger, nicht sofort zurück in die Vorstadt-Uni geschickt hast, siehst du kein Land auf lange Sicht. Zumindest mich nicht mehr, der es leicht hat, hier zu lästern. Klar.
Dass deine eigenen Bandkollegen sich dann auf der Aftershow-Party darüber amüsiert haben, dass du eventuell beim Vorhören den Regler auf „go“ hattest stehen lassen, sagt doch alles. Schmeiß sie raus. Trete einfach solo auf. So wie heute (Dienstag) bei der Fritz-Session (hoffentlich). Auf ruiniere dir nicht, was du mit „Ihnen“ und deinem Talent in deiner jungen Karriere aufgebaut wurde.
Ahoi.
P.S.: Bester Moment: Direkt nachdem der Plattenfirmen-DJ „Lullaby“ von The Cure aufgelegt hat, dies mit „Lovecats“ zu kontern. Und insgeheim das „richtig“ Langweilige danach aufzulegen: Arctic Monkeys, „When The Sun Goes Down“. Die wichtigste Zeile: „Cause he’s a scumbag, don’t you know“. In dem Fall sind es drei. Get rid of them. Hier das, was auch von dir ausgewählt lief und besser als alles Andere zu diesem Abend gepasst hat: !!!.
P.P.S.: Eine Tür nebenan haben Motörhead gespielt… …Liebe Kate, es ist ein langer, langer Weg.
Big in Brazil
Also, der Uli, ne!? Nicht nur ein spitzenmäßiger Kollege, sondern auch noch Sänger der Band D-Sailors. Machen so Punkrock irgendwie. Kräht hierzulande bislang kein Hahn nach. Was schade ist. NIcht mal ein Label hatte sich zuletzt für die Veröffentlichung ihres Albums „Between The Devil And The Deep Blue Sea“ gefunden. Aber: in Brasilien. Denn da sind die Jungs aus Jülich big. Was lag also näher, denn als eines der ersten Projekte für Sly-Fi auf ihrer Sommer-Tour eine Kamera in die Hand zu drücken. Was da raus kam ist Wahnsinn. Selbst wenn einen die Musik tatsächlich nicht interessieren sollte. Aber seht selbst:
P.S.: Wie cool, dass man nun auch diese Player embedden kann, auch wenn einem dann die nützlichen Widgets verloren gehen. Mittlerweile ist auch Part 2 online.
Kettenbands
Es muss nicht immer Langeweile sein, wenn man stundenlang grübelt, um den vorigen Namen zu toppen. Bei was? Einer Art Bandnamenspiel (danke Heiko).
Jedenfalls: Die eine Variante ist, sich auszudenken, wie eine mögliche Rewvivalband zum Vorbild heißen könnte. Tomate (für Tomte), Virginia Gestern! (für Virginia Jetzt!), usw. Wirklich interessant aber wird es beim Verbinden von Bandnamen. Und wie viele Bands man da hinein packen kann.
Sonic Youth Of Today Is The Eleventh Dream Theater Of Hate Breeders (8)
Gorillaz Biscuits (2)
Spermbyrds (2)
And You Will Know Us By The Trail Of Dead Kennedys (2)
Twisted Sisters Of Mercyful Fates Warning (4)
The Arcade Firewaterboys II Men Without Hats (5)
usw.
Ich bitte um Kommentare! Ab 27 gibt’s eine Überraschung.
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